DIALOG ÜBER FLUSSRECHTE
DIALOG ÜBER FLUSSRECHTE
Panel über Gewässer als Rechtssubjekte
»Im Kern steht eine einzige, transformative Idee: dass Flüsse nicht bloß Materie zu menschlichem Gebrauch sind, sondern lebendige Wesen – die sowohl in unserer Vorstellung als auch im Recht als solche anerkannt werden sollten.« (Robert Macfarlane, Is a River Alive? 2025)
Mit diesem Gedanken von Robert Macfarlane als Ausgangspunkt diskutiert die Umweltjuristin Jula Zenetti gemeinsam mit der Künstlerin Stefanie Zoche über die Bedeutung von Flussrechten und deren Auswirkungen auf den Naturschutz. Zenetti, die am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig forscht, erklärt, wie das Konzept der Eigenrechte der Natur weltweit an Bedeutung gewinnt und welche Herausforderungen es bei der Umsetzung in Deutschland gibt. »Flüsse als Rechtssubjekte anzuerkennen, könnte ein entscheidender Schritt sein, um ihre Unversehrtheit zu schützen und ihre Bedeutung für Ökosysteme zu stärken«, betont Zenetti. Zoche ergänzt aus künstlerischer Perspektive: »Die Beziehung zwischen Mensch und Wasser ist nicht nur ökologisch, sondern auch kulturell tief verwurzelt – das müssen wir sichtbar machen.« Es wird auch ein Ausschnitt aus ihrem aktuellen Filmprojekt über den Fluss Ulla in Galizien gezeigt, der die Bedrohung durch eine geplante Zellulosefabrik dokumentiert und die Dringlichkeit verdeutlicht, Flüsse nicht nur als Ressourcen, sondern als lebendige Wesen mit Rechten wahrzunehmen. Ergänzt wird das Panel durch den Journalisten und Aktivisten Claus Biegert, der eine Flusspartnerschaft zwischen der bayerischen Loisach und dem Whanganui-Fluss in Neuseeland derzeit initiert. Der Whanganui ist der erste Fluss weltweit, dem 2017 offiziell Rechtspersönlichkeit zuerkannt wurde.
Moderation: Katja Sarkowsky
Der Eintritt ist frei. Sitzplatzreservierungen werden empfohlen unter info@waterandsound.de
Dialog über Flussrechte wird gefördert von der Andrea von Braun Stiftung
Mitwirkende
Jula Zenetti,
Juristin, steht kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion zu Eigenrechten der Natur am Helmholtz-Zentrum in Leipzig. Sie arbeitet momentan in einem Projekt zum Thema Umgang mit Wasserknappheit im ländlichen Raum.
Foto: Clara Langer
Katja Sarkowsky 
ist Professorin für American Studies an der Universität Augsburg. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Life Writing, Indigenous Studies, amerikanische und kanadische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts sowie die Verbindung von Recht und Environmental Humanities.
Foto: privat
Stefanie Zoche
ist bildende Künstlerin mit Schwerpunkt auf ökologischen Themen. In ihren Installationen und Videoarbeiten befragt sie das fragile Verhältnis zwischen Mensch und mehr-als-menschlicher Welt. Im Zentrum stehen dabei die Klimakrise und der Umgang mit Ressourcen wie Sand und Wasser. In ihrem aktuellen Projekt »Celulosa Invasiva« setzt sie sich mit Naturrechten des Flusses Ulla auseinander.
Foto: Manu Theobaldl
Claus Biegert
ist Journalist, Autor und Filmemacher. Er engagiert sich seit Jahrzehnten für indigene Rechte und Umweltthemen, gründete den Nuclear-Free Future Award und arbeitet aktuell an Projekten zu Flussrechten. Biegert wurde mehrfach für sein Engagement ausgezeichnet.
Foto: Annett Melzer
31. Juli · Umweltbildungszentrum · 19:30 Uhr
Foto: Stefanie Zoche
