GANAVYA | LAURA MISCH | SATHNAM SANGHERA | »WATERWAYS RE:IMAGINED«

30. Juli 2026 · Parktheater · ab 19:00 Uhr

GANAVYA | LAURA MISCH | SATHNAM SANGHERA | »WATERWAYS RE:IMAGINED«

»Waterways Re:Imagined« versammelt markante künstlerische Positionen zwischen globaler Musik, Soundart, zeitgenössischer Komposition und Alternative Pop. Im Rahmen des Festivalthemas »Waterways – Canals, Sea Routes, Empire« richtet der Abend den Blick auf Wasserwege als Räume von Bewegung, Austausch und Erinnerung. Kanäle, Flüsse und Seerouten erscheinen dabei nicht nur als geografische Linien, sondern als historische und ökologische Infrastrukturen, entlang derer Waren, Menschen, Klänge und Geschichten zirkulieren. Mit Ganavya, Laura Misch, Sathnam Sanghera und dem Water & Sound Ensemble entsteht ein Programm, das musikalische, literarische und historische Perspektiven auf eindringliche Weise miteinander verbindet.

Laura Misch ist eine britische Musikerin, Produzentin und Klangforscherin, deren Arbeit sich zwischen Electronica, Soundart und alternativem Pop bewegt. Mit Saxophon, Stimme, Synthesizern und Field Recordings entwickelt sie eine eigene, fein gearbeitete Klangsprache, in der Atmosphäre, Rhythmus und genaue Beobachtung zusammenkommen. Für »Waterways Re:Imagined« verarbeitet sie Aufnahmen von Flüssen und Kanälen und formt daraus faszinierende Songs und dichte Live-Momente. So werden Wasserlandschaften, urbane Umgebungen und ökologische Fragilität in ihrer Musik nicht nur dokumentiert, sondern künstlerisch weitergedacht und neu erfahrbar gemacht.

Ganavya zählt zu den bemerkenswertesten Stimmen der aktuellen globalen Musikszene. Die Sängerin, Komponistin und Bandleaderin ist zwischen den USA und Tamil Nadu aufgewachsen und in der südindischen klassischen Musik, insbesondere im karnatischen Gesang, ausgebildet. Von dort aus entwickelt sie eine unverwechselbare musikalische Sprache, die indische Tradition, Improvisation und zeitgenössische Klangwelten miteinander verbindet. Ihre improvisatorische Praxis ist tief in karnatischen Formen verwurzelt, während Einflüsse aus dem Jazz vor allem den Ensembleklang und die harmonische Anlage ihrer Musik prägen. Im Kontext von »Waterways« wird Wasser bei Ganavya zum Bild für Erinnerung, Heimat, Bewegung und spirituelle Verbindung.

Den Auftakt des Abends bildet ein Gespräch mit dem britischen Autor und Journalisten Sathnam Sanghera, moderiert von Jenny Langner. Sanghera, in Wolverhampton als Sohn punjabischer Eltern geboren, zählt zu den prägenden Stimmen der britischen Debatte über Kolonialgeschichte und ihre Nachwirkungen. In seinen Büchern »Empireland« und »Empireworld« verbindet er persönliche Familiengeschichte mit globalhistorischer Analyse und zeigt, wie imperiale Handelswege, Migration und koloniale Infrastrukturen bis heute Gesellschaften, Landschaften und Selbstbilder prägen. Im Gespräch rückt er Wasserwege als Routen von Expansion, Ausbeutung, Bewegung und Austausch in den Mittelpunkt.

Das Water & Sound Ensemble mit Aleksandra Manic (Violine) und Verena Foutsop (Viola) von den Augsburger Philharmonikern sowie Preetha Narayanan (Violine) und Tara Franks (Cello) vom Londoner Duo Balladeste eröffnet den Abend mit einem eigenen musikalischen Akzent und tritt im weiteren Verlauf in Dialog mit Laura Misch. Unter der Leitung und mit Arrangements von Tom Jahn entstehen zwischen Streichquartett-Klang, Improvisation, neoklassischen Farben und experimentellem Pop Verbindungen, die den Abend musikalisch rahmen und weiterführen. Weitere Begegnungen mit den künstlerischen Positionen des Abends bleiben möglich.

 

18:30 Einlass | 19:00 Q&A mit Sathnam Sanghera | 20:15 Laura Misch | 21:45 Ganavya

 

Das Gespräch mit Sathnam Sanghera findet in englischer Sprache statt.

Gefördert vom Kulturfonds Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.

FÜHRUNG ZUM WELTERBE · 16:30 – 18:30 Uhr: Wasser und Welterbe an der Singold. Durch Göggingen entlang der Singold und des Fabrikkanals.

 

Foto Ganavya oben links: Carlos Cruz | Foto Laura Misch oben rechts: El Hardwick